Die Wahl der Stadtführungen in Kopenhagen

Eine Stadtführung in Kopenhagen kann sehr unterschiedlich aussehen und ist nicht nur von der Wahl der Verkehrsmittel abhängig, sondern vor allem davon wie viel Zeit man in eine Führung investieren will und wie viel man über Kopenhagen wirklich erfahren will. Wer sich damit begnügt nur einen kurzen Blick auf die Meerjungfrau zu werfen, bei den Schlössern nur daran denkt, dass es sich um den Königssitz oder den Regierungssitz handelt und am Ströget nur einen Kaffee trinken will, kann die Stadt tatsächlich in zwei bis drei Stunden „abarbeiten“. Ob man dabei allerdings ein Gefühl für Kopenhagen entwickelte, das bleibt eine andere Frage.
 
Auch ohne die Kronjuwelen zu betrachten, den Runden Turm zu besteigen oder von der Frelsers Kirke aus die Stadt zu betrachten, muss man bedenken, dass die interessantesten Sehenswürdigkeiten Kopenhagens relativ weit voneinander entfernt liegen und alle unter ihnen einige Geheimnisse bergen, die in Prospekten und Büchern nicht genannt werden. Allein um nur die bedeutendsten Sehenswürdigkeiten in Kopenhagen zu sehen, sollte man auf jeden Fall mit vier bis fünf Stunden rechnen und bedenken, dass man einige der schönsten Teile nur zu Fuß erreichen kann, also selbst bei einer Fahrradführung sein Verkehrsmittel bisweilen parken muss.

Der Gefion-Springbrunnen in Kopenhagen
Foto: Herbert Kårlin

Man sollte sich auch bei jeder Führung überlegen welches Kopenhagen man kennenlernen will und wie tief man in die Kulturgeschichte oder die Geschichte der Stadt eintauchen will. Es ist sinnvoll auch den Stadtführer vorher darüber zu informieren, denn man kann in Kopenhagen sehr unterschiedliche Touren angehen, auch wenn einige der Sehenswürdigkeiten eigentlich grundsätzlich besucht werden sollten. Ein guter Führer wird sich jedoch immer auf die Gruppe einstellen und während seiner Führung nicht darauf beharren zehn Jahre lang immer den gleichen Weg zu nehmen und nur die gleichen Geschichten zu erzählen, die dann kaum noch mit Enthusiasmus weitergegeben werden.
 
Egal, ob es sich um die Meerjungfrau, den Gefion-Brunnen, den alten Marktplatz mit dem Caritas-Brunnen oder die bunte Straße Nyhavn handelt, so kann man deren oberflächliche Geschichte jeweils innerhalb von fünf Minuten erzählen, aber man kann auch Hintergründe bringen, die man sich besser merken kann als eine Jahreszahl und in der doppelten Zeit sehr viel über die dänische Vergangenheit, Legenden und Sagenwelt erfahren. Die meisten Stadtführer kennen diese Geschichten, aber meist drängt die Zeit und sie erzählen den Besuchern der Stadt nur eine Standardversion. Es ist daher sehr sinnvoll sich vor der Buchung zu erkundigen welche Art von Führung angeboten wird, und ob ein Führer nach der geplanten Zeit die Uhr betrachtet um jede angefangenen Stunde berechnen zu können, oder ob er/sie bei einer interessierten Gruppe auch kostenlos die vorgesehene Zeit überzieht und dabei weniger an sein Einkommen, sondern mehr an die Besucher denkt.
 
Um möglichst viel von Kopenhagen zu sehen, kann es auch sinnvoll sein für Teilstrecken ein öffentliches Verkehrsmittel zu nehmen. Die Fahrpreise sind in Kopenhagen, verglichen mit anderen Städten des Nordens, relativ günstig und jeder Führer kann sich problemlos um die Fahrscheine kümmern, auch wenn es sicherer ist sich immer vorher darüber zu erkundigen, denn auch wenn wir, zum Beispiel, ein Maximum bieten, so ist dies nicht bei jeder Stadtführung, die in Kopenhagen angeboten wird, eine Selbstverständlichkeit.